
Mittelschüler:innen aus Mistelbach erkundeten mit Südwind Mode-Lieferketten
28.04.2025 – In Südwind-Workshops versuchten die Mistelbacher Mittelschüler:innen der 3. Klassen Antworten auf folgende Fragen zu finden: Was hat Fairness mit meinem Kleiderschrank zu tun? Welche Geschichte steckt hinter meiner Lieblingshose oder meinem neuen T-Shirt? Wer produziert Kleidung und unter welchen Bedingungen? Und welche sozialen oder ökologischen Kritikpunkte gibt es?
Beispiel Fast Fashion: Kleidung hat eine lange Reise hinter sich, bis sie in unseren Geschäften landet. Der Anbau der Baumwolle wurde ebenso erforscht wie die Verarbeitung und Entsorgung von Textilien. Die Zahl der jährlich erzeugten Kleidungsstücke hat sich in den letzten 15 Jahren verdoppelt. 26kg Textilien (Bekleidung, Schuhe, Haushalt) werden im Durchschnitt jährlich pro EU-Bürger:in konsumiert. In Österreich werden 14kg pro Person, also mehr als die Hälfte davon, zu Müll oder kommen in die Altkleidersammlung.
Weltweit arbeiten 72 Millionen Menschen in der Bekleidungs- und Textilindustrie. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt, dass oft die Arbeiter:innen, die unsere Kleidung herstellen, unter prekären Bedingungen leiden. Der tragische Einsturz des Rana Plaza-Gebäudes in Bangladesch am 24.04.2013 hat die Welt auf die gefährlichen Arbeitsverhältnisse in der Textilindustrie aufmerksam gemacht. Es verstarben 1.175 Menschen und mehr als 2.400 wurden verletzt, als die Fabrik einstürzte, in der namhafte europäische Unternehmen produzieren ließen. Der Workshop fand, fast auf den Tag genau, 12 Jahre später statt. Doch auch heute noch sind Arbeitsbelastung und Löhne in vielen Textilfabriken in Südostasien und Europa so niedrig, dass sie für ein menschenwürdiges Leben nicht ausreichen. So verdienen beispielsweise 4,4 Millionen Textilarbeiter:innen in Bangladesch nur 106 Euro im Monat. In den Südwind-Workshops setzten sich die Schüler:innen mit der Frage auseinander, wie diese Ungerechtigkeit in den globalen Lieferketten mit unserem eigenen Konsumverhalten zusammenhängt.
Weltsicht entwickeln. Globale Probleme müssen in globaler Zusammenarbeit gelöst werden, trotzdem bleibt die lokale Ebene und jeder einzelne noch so kleine Schritt wichtig. So gab es auch Raum für kreative Lösungsansätze. Die Schüler:innen entwickelten Ideen, wie sie die Lebensdauer ihrer Kleidung verlängern können – sei es durch Weitergeben, Reparieren oder Upcycling. Ob die Politik, Unternehmen, Schulen, Vereine oder auch Einzelpersonen, wir alle können Teil nachhaltiger Lösungen sein und zu einem „guten Leben für alle“ beitragen.
Die Workshops fanden in Kooperation mit der Mittelschulgemeinde Mistelbach in den Fairen Wochen statt (https://www.suedwind.at/faire-wochen-2025/), in denen vom 15.April bis 31.Mai faire Initiativen und Aktionen niederösterreichweit hervorgehoben werden sollen.
Rückfragehinweis:
Südwind Niederösterreich
Bahngasse 46, 2700 Wiener Neustadt
Tel.: 02622/24832
Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit über 45 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die Herausgabe des Südwind-Magazins und anderer Publikationen thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit, engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt. www.suedwind.at/niederoesterreich
